Pflanzen in der Fränkischen Schweiz

Orchideen

Frauenschuh nahe Pottenstein in der Fränkischen Schweiz

Unter Pflanzenkennern gilt die Fränkische Schweiz als eine "Orchideenhochburg".

Adolf Riechelmann, Vorsitzender des Arbeitskreises Heimische Orchideen befasst sich seit 40 Jahren mit dem Thema.
Der Vorsitzende Herr Riechelmann lebt in der Fränkischen Schweiz und er möchte Interessierte mit den heimischen Orchideen vertraut machen, einer stark räckläufigen, in ihrem Bestand bedrohten Pflanzenfamilie.

Rund 40 aktuellen Arten und Unterarten gibt es hier; zusammen mit seinen Orchideen-Freunden katalogisiert er die Bestände und die die Gebiete.

Auch rund um die Ehrenbürg, das sog. Walberla, findet man heute noch an die 15 verschiedenen Orchideenarten.

Wussten Sie, dass ...
... sich das größte Frauenschuhvorkommen in Oberfranken im Gemeindegebiet von Betzenstein befindet: Die Wälder rund um Betzenstein beherbergen 25 verschiedene Orchideenarten. Darunter befindet sich das größte Frauenschuhvorkommen Oberfrankens. Der geheime Orchideenwald wird von Fachleuten betreut und gepflegt, um diese Einzigartigkeit in ihrer Natürlichkeit zu erhalten.

In der näheren Umgebung von Engelhardsberg im Wiesenttal finden sich noch einige wenige Bestände von Frauenschuhen. So kann man sie zwischen Engelhardsberg und der Riesenburg, sowohl entlang der Aufsess zwischen Doos und der Kuchenmühle entdecken. Allerdings ist der Frauenschuh stark gefährdet, so dass wir bitten, die Pflanzen nicht zu pflücken.

Hecken

Weißdorn, Schlehe, Roter Hartriegel, Wildrose - die Sträucher, die heute unsere Hecken bilden, wuchsen einst, als Deutschland noch Germanien hieß und ein Waldland war, nur auf Lichtungen oder säumten die wenigen Waldränder, wie es sie beispielsweise an Seen oder Flüssen gab. Erst mit dem Beginn des Ackerbaues und vor allem seit der Rodung der Urwälder im Mittelalter, taten sich ihnen neue Lebensräume auf: dort, wo die Bauern am Rande ihrer Felder die Steine ablegten, fanden lichtliebende Sträucher besonders geeignete Biotope. Noch heute herrschen Crataegus-Arten (Weißdorn) und Prunus spinosa (Schlehe) in fränkischen Lesesteinhecken vor.

In den wenigen Fluren, die unversehrt von der Bereinigung durch die moderne Agrarindustrie geblieben sind, bilden Hecken netzartig verbundene Grünzüge. Darin sind Äcker und Wiesen in buntem Wechsel eingebettet.
Hecken zählen zu den sogenannten Grenzbiotopen. Das sind Lebensräume, in denen die Arten verschiedener Biotoptypen aufeinandertreffen und sich zu besonders reichen Gemeinschaften verbinden. Im Fall der Hecken sind dies Arten von Wald und Wiese bzw. Acker.

So fanden Bayreuther Biologen zwischen 1977 und 1981 an oberfränkischen Hecken auf 17km Länge 68 Vogelarten, die dort brüteten oder Nahrung fanden. Untersuchungen an Hecken in England (1967) ergaben auf 900 laufenden Heckenmetern 45 Vogelpaare aus 19 Arten - Ergebnisse, die für sich sprechen und belegen, wie wichtig der Erhalt von Hecken in der freien Landschaft und als lebende Zäune in unseren Städten und Dörfern ist.

Das Verbundsystem fränkischer Heckenriegel ist als Idealbild einer vom Menschen geschaffenen und dennoch naturnahen Landschaft in die ökologische Diskussion eingegangen. Es stand Pate bei der Entwicklung von Konzepten zur landesweiten Vernetzung von Biotopen, die bisher aber erst in scheuen Ansätzen verwirklicht sind.

Wildpflanzen

In der Fränkischen Schweiz gibt es eine Vielzahl von Wildpflanzen, die zum Staunen verführen und mithelfen sollen, die Natur zu verstehen und zu schützen.

  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Große Brennessel (Urtica dioica)
  • Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus)
  • Ackerkratzdistel (Cirsium arvense)
  • Wildapfel und Kulturformen (Malus sylvestris/domestica)
  • Weißdorn (Crataegus monogyna)
  • Großer Baldrian (Valeriana officinalis)
  • Schlehe (Prunus spinosa)
  • Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)
  • Haselnuß (Corylus avellana)
  • Löwenzahn (Taraxacum officinalis)
Teilen: