Kürbisfest Muggendorf

Kürbisfest in Muggendorf

Alljährlich findet in Muggendorf im malerischen Wiesenttal in der Fränkischen Schweiz am ersten Wochenende im Oktober das Kürbis- und Erntedankfest statt.

Für das ganze Wochenende wird mitten im Ort ein Festzelt aufgestellt und ein buntes Programm geplant, das neben den Einheimischen auch Besucher von nah und fern nach Muggendorf lockt. Am Freitag und Samstag wird ein Unterhaltungsprogramm geboten. Das eigentliche Kürbisfest folgt am Sonntag. Auf dem Programm stehen zwei Festumzüge sowie das feierliche Entzünden des Erntefeuers.

Zur Mittagszeit werden in einem feierlichen Gottesdienst die Erntegaben sowie die Erntekrone geweiht, bevor mittags der Erntefestzug beginnt. Dieser Zug aus zahlreichen Verbänden, Trachtenvereinen und Blaskapellen zieht durch den ganzen Ort und bietet ein sehenswertes Spektakel für Jung und Alt. Die Mitwirkenden präsentieren historische Erntegeräte wie beispielsweise Dreschflegel oder alte Traktoren sowie regionale Ernteprodukte wie Getreide, Kürbisse, Kartoffeln, Äpfel, Birnen und vieles. Die Erntegaben werden während des Kürbisfestes auch an die Besucher verkauft. Wer regional angebaute, frische Zwiebeln, Karotten, Walnüsse, Kartoffeln, Kürbisse, rote Beete oder vieles mehr probieren möchte, sollte hier also unbedingt zuschlagen.

Am Sonntagnachmittag laden die Muggendorfer Vereine alle Besucher herzlich zu Grillspezialitäten, Getränken sowie Kaffee und Kuchen im Festzelt ein. Musikalisch untermalt wird der Nachmittag von den Hohenmirsberger Juramusikanten.
Zur Dämmerung wird nach festlichen Ansprachen von Dekan Günther Werner und Bürgermeister Helmut Taut das Erntefeuer festlich entzündet.
Um etwa 19 Uhr beginnt der zweite Festzug: der Kürbiszug. Schon Wochen vorher bereiten die Schüler der Grundschule Wiesenttal in Muggendorf diesen Umzug vor und höhlen Kürbisse aus, welche sie anschließend kunstvoll bemalen und verzieren. Am Sonntagnachmittag ziehen sie stolz mit ihren beleuchteten Kürbissen durch Muggendorf. Nach dem Umzug winkt den Kindern eine süße Belohnung. Zum krönenden Abschluss des Kürbisfestes und des ganzen Wochenendes wird am Rathaus ein Feuerwerk entzündet.

Bereits in vorchristlicher Zeit feierten Menschen in Nordeuropa oder im Römischen Reich Erntefeste. In der christlichen Kultur sind Erntedankfeste, mit welchen gläubige Christen Gott für die Gaben der Ernte im Herbst danken, bereits seit dem dritten Jahrhundert nach Christus bekannt. Aufgrund unterschiedlicher Erntetermine in verschiedenen Klimazonen und aufgrund von Wetterunterschieden gab es lange Zeit keinen einheitlichen Termin für die Feierlichkeiten zur Ernte. Etwa seit dem 18. Jahrhundert fällt das Fest einheitlich auf den Michaelistag, wird aber zumeist auf den ersten Sonntag nach diesem Feiertag, den ersten Sonntag im Oktober, verlegt. Bekannte Bräuche zum Erntedankfest in Franken sind das Flechten einer Erntekrone, das Entzünden eines Erntefeuers sowie die Segnung der Erntegaben in einem feierlichen Gottesdienst. Das Fest soll vor allem daran erinnern, dass nicht die Menschen alleine es in der Hand haben, ob und wie eine Ernte gedeiht und ob genug Nahrung für alle zur Verfügung steht.

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